Wenn die Energie nach der Schule aufgebraucht ist
Ein Schultag besteht aus weit mehr als Unterricht.
Geräusche, andere Kinder, soziale Situationen, Wechsel zwischen Fächern, Erwartungen, Arbeitsaufträge und unvorhersehbare Ereignisse müssen verarbeitet werden.
Für ein autistisches Kind können einige dieser Anforderungen besonders viel Energie benötigen. Mehr dazu im Beitrag Autismus und Energiehaushalt.
Zu Hause ist möglicherweise schlicht nicht mehr genügend Energie vorhanden, um nochmals eine schulische Aufgabe zu beginnen.
Hausaufgaben sind eine neue Anforderung
Auch der Wechsel von Schule zu Freizeit und anschliessend wieder zu einer schulischen Aufgabe kann schwierig sein.
Das Kind hat die Schule gedanklich vielleicht bereits abgeschlossen. Nun soll es zu Hause erneut in diesen Modus wechseln.
Was von aussen wie fehlende Motivation oder Verweigerung aussieht, kann deshalb andere Ursachen haben.
Was könnte helfen?
Je nach Kind kann es hilfreich sein, zu prüfen:
- Wann ist überhaupt noch Energie vorhanden?
- Braucht es zuerst eine längere Pause?
- Ist ein klar definierter Zeitpunkt hilfreich?
- Können Aufgaben in kleinere Schritte unterteilt werden?
- Ist der Arbeitsauftrag eindeutig?
- Ist die Menge der Hausaufgaben angemessen?
- Kann mit der Schule eine individuelle Lösung gefunden werden?
Nicht jede Massnahme funktioniert für jede Person. Entscheidend ist die individuelle Situation.
Nicht nur fragen: Wie schaffen wir die Hausaufgaben?
Manchmal ist die wichtigere Frage: Warum sind die Hausaufgaben in dieser Situation so schwierig?
Wenn wir die Ursache besser verstehen, können passendere Lösungen entstehen.